Mehr Meer, bitte!

Urlaub ist ein Mysterium. Egal, wie lange er ist, er ist immer zu schnell vorbei. Über Pfingsten waren wir mit unserer Hündin Lou im Urlaub. In Holland. Am Meer. Lou steht nicht so auf tropische Gefielde. Und fliegen kann sie sowieso nicht leiden, weil Economy Class will sie nicht fliegen und First Class ist ihr zu teuer.

Beim Urlaub mit dem Hund ist das Verkehrsmittel der Wahl meist das Auto. So auch bei uns, Früher hatte Lou immer den ganzen Kofferraum für sich, während sich die Koffer auf der Rückbank quetschen mussten. Dieses Jahr haben wir ein neues Auto bekommen und Lou ein kostenloses Upgrade. Neuerdings reist sie auf der Rückbank.

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Seht ihr diese Freude in ihren Augen? Reisen wie die Könige!

Wenn unser Hund reist, dann sicher. Mit Autoschondecke und Geschirr. Bitte niemals am Halsband festmachen! Verpackt wie ein Geschenk reist es sich eh viel schöner. Und obwohl Lou echt chillig ist, wenn sie Auto fährt, meist nur blöd in der Gegend rumguckt, sollte man bei Fahrten über einer Stunde auf jeden Fall Wasser- und Luftpausen machen. So ein Hund kann nicht sagen, wenn ihm schlecht wird und wenn, dann … weiter will ich das gar nicht ausführen. Nur so viel: Was aus so einem Hund rauskommen kann, steigt proportional mit seiner Größe, und so ein Howavart ist schon ziiiemlich groß.

Im Urlaub haben wir ein Ferienhaus, einen Garten und einen Wald. Aber wenn man schon am Meer wohnt, dann geht man auch ans Meer. Alternativ auch ins Meer, wenn man verrückt genug ist. Bei den Temperaturen… Lou hat ihren ersten Urlaub gemacht, als sie gerade mal vier Monate alt war. Mti riesigen Pfoten und winzigem Kopf watschelte sie damals schon freudig neben dem Fahrrad her. Die Holländer sind damals total ausgerastet, wenn sie Lou gesehen haben. Wir waren mäßig verwirrt, wenn sie auf Lou zurannten, und “een puppy! schrien. Nein… die heißt nicht Puppy, die heißt Lou.

Noordwijk-030-compressorMittlerweile haben wir auch verstanden, dass ein “puppy” auf holländisch ein Welpe ist. Und obwohl ihre Pfoten immer noch riesig sind und ihr ganzer Körper nachgewachsen ist, und die Leute davonstieben und sich in Rettung bringen wenn wir mit unserem kleinen Ungetüm über die Strandpromenade flanieren, ja, obwohl, nennen wir sie jetzt auch Puppy.

Das Schöne an Holland als Urlaubsort mit Hund ist, dass in den meisten Orten in der Nebensaison Hunde leinenlos den ganzen Tag am Strand sein dürfen. In der Hauptsaison zumindest an der Leine.Dementsprechend viele Hunde trifft man gerade auch über die Pfingstfeiertage. Lou interessiert das allerdings kein Stück, denn Lou ist der antisozialste Hund, den ich kenne. Sie ist der Sheldon Cooper unter den Hunden. Mit anderen Hunden kann sie daher gar nichts anfangen. Warum das so ist? Keine Ahnung… Vermutlich hält sie sich selbst für einen Menschen, der mit Hunden einfach überhaupt nichts anfangen kann. Das würde erklären, warum sie der Meinung ist, dass, wenn wir es nach stundenlangem Kampf geschafft haben, die Strandmuschel (“Mupfel”) aufzubauen, sie sich das Recht vorbehält, dort auch drin zu liegen. Alleine.

WP_20140612_004-compressor“Don’t mess with me.”. Ich denke, dieser Blick sagt mehr als tausend Worte.

Aber ins Bett darf sie nicht! Woher sie also diese Allüren hat, bleibt mir schleierhaft.

Eine alternative Erklärung für ihr unsoziales Verhalten? Lou hält sich für eine Kegelrobbe. Kein Witz!

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Wenn man mit ihr ans Meer geht (oder auch in jedes andere Gewässer) schmeißt sie sich platt auf den Bauch und bleibt liegen, wie eine Robbe auf der Sandbank. ich hab so was noch nie zuvor gesehen, machen eure Hunde so was? Oder ist das so ein Howavart-Ding?

 

 

Bevor man mit dem Hund in den Urlaub fährt, sollte man in jedem Fall darauf achten, dass der Hund haftpflichtversichert ist. Die Haftpflichten der meisten Versicherer, z.B. Uelzener, Gothaer, R+V oder Haftpflichtkasse Darmstadt, gelten auch für Auslandsaufenthalte, meist sogar bis zu einem Jahr. Im Zweifelsfall sollte man aber immer nachfragen. Denn wenn etwas im Urlaub passiert, ist es umso ärgerlicher und nerviger, sich selbst mit dem Schaden herumschlagen zu müssen.

Mit Lou ist uns bis dato zum Glück noch nichts passiert, was aber, wie gesagt, auch daran liegen kann, dass sie mit anderen Hunden eher nicht so viel anfangen kann. Das Schlimmste was wohl passieren kann, ist, dass sie wegfliegt. Und ich glaube, dann zahlt auch die Haftpflicht nicht…

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Der kleine graue Mann vor Lou, der sich da tapfer durch den Wind schlägt, ist übrigens Leo, unser “alter” Hund.

Beim Fotos durchstöbern, ist mir übrgeins klar geworden, weshalb Lou so …nennen wir es “anders” ist.

 

 

 

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Leo hat ihr wahrscheinlich schon im frühesten Kindesalter, als Lou noch zart und unschuldig war, Flausen in den Kopf gesetzt.

Das sieht man ja wohl schon an diesem diabolischen Grinsen! Und seit Leo nicht mehr ist, dürfen wir uns mit der Diva rumschlagen. So ein Fuchs.

 

 

 

Rückwirkend betrachtet, klingt so ein Urlaub mit Hund gar nicht so nett. Das stimmt aber gar nicht. Es macht unheimlich viel Spaß mit dem Hund wegzufahren. Auch mit unserem Kegelrobben-Sheldon Cooper-Verschnitt von Hund. Es ist dann nämlich wie zu Hause, nur mit mehr Meer.

 

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