Diese Versicherungen brauchen Studenten

Studenten leben nach einer anderen Zeitrechnung als andere Lebewesen. Da bin ich mir sicher. Nicht Tage, Monate, Jahre. Nein. Klausurphasen und Abgabefristen. Und wenn man dann wirklich, wirklich, wirklich diese sagenumwobene vorlesungsfreie Zeit (Unwissende glauben bis heute die Lüge der “Semesterferien”) hat, dann verschwimmen die Tage ineinander und man weiß gar nicht mehr, in welchem Jahr, geschweige denn Monat man sich befindet. Ich weiß das auch nur daher, da ich gestern meinen letzten Abgabetermin hatte (und eingehalten habe!) und deshalb ist heute der 1. Oktober.

Und Oktober bedeutet für viele frischgebackenen Abiturienten und solche, die ein Jahr gereist sind, sich sozial oder kulturell engagiert haben oder nichts oder eine ganze Menge anderes gemacht haben, dass das Studium jetzt beginnt. Für mich bedeutet das: Viele verirrte Erstsemstler in der Uni und Ersti-Tüten voller Kugelschreiber, Blöcken und Werbeartikeln für mich! Ich nehme es als Kompliment, dass man mich immer noch für einen Ersti hält. Zumindest in dem Fall.

In dem Jahr, in dem man zu studieren anfängt, passiert bei den meisten auf einmal eine ganze Menge im Leben. Nicht jeder hat eine Uni bei sich in der Nähe, manch einer hat keine Lust zu pendeln oder das favorisierte Studienfach kann man nur, wirklich nur, am anderen Ende von Deutschland oder in Holland studieren. Viele ziehen aus, manche bleiben erst mal noch zu Hause. Und nach 3, 4, 5 Monaten Nichtstun hat man auf einmal unheimlich viel zu tun. Und das kann ziemlich anstrengend sein. Um euch zumindest versicherungstechnisch bestens aufs Studium vorzubereiten, habe ich mal die Experten in unserem Büro gefragt, was man als angehender Student denn unbedingt in seinem Versicherungsportfolio braucht.

Die wichtigsten Versicherungen für Studenten

Privathaftpflichtversicherung

Solange man zu Hause wohnt und minderjährig ist, hat man mit der privaten Haftpflicht eigentlich nicht viel zu tun. Auch wenn nicht gesetzlich vorgegeben; die Meisten und insbesondere Familien haben eine Privathaftpflichtversicherung. Wenn man das Handy von nem Freund fallen gelassen hat oder aus Versehen beim Fußballspielen eine Scheibe eingeschossen: Mutti regelt das schon. Die meldet das bei der Familienprivathaftpflicht und man ist aus dem Schneider. Wie sieht das aber aus, wenn man volljährig ist, oder nicht mehr zu Hause wohnt?

Die meisten Familienversicherungen gelten auch über den 18. Geburtstag hinaus. Solange, und das ist wichtig, man noch zur Schule geht, oder in seiner Erstausbildung ist. Das heißt, wenn ich direkt nach dem Abi studiere oder eine Ausbildung mache, bin ich, bis ich meinen Abschluss mache, über meine Eltern versichert. Studium oder Ausbildung müssen aber unmittelbar an die Schulausbildung anschließen. Die Mitversicherung endet dann entweder mit Abschluss der Erstausbildung oder aber spätestens mit 25 Jahren. Es lohnt sich nicht immer Langzeitstudent zu sein (manchmal aber auch doch: http://www.vice.com/de/read/sechs-gute-grnde-warum-du-dein-studium-endlos-in-die-lnge-ziehen-solltest-182). Wer im Studium „hm, das ist gar nix für mich“, egal ob das Fach oder das Studium insgesamt, und was Neues anfängt, bleibt versichert.
Manche Versicherungen sind sogar so tolerant, dass man auch eine Ausbildung machen kann und erst dann studiert, und immer noch über die Familienhaftpflicht versichert ist. Für die, die das nicht gilt: Single-Haftpflichtversicherungen kann man schon für unter 100 € im Jahr abschließen. Denn das neue iPhone vom besten Freund ist vor lauter Begeisterung schnell fallen gelassen.
Wer ausgezogen ist, und in einer Mietwohnung wohnt, kann sich auch über die Option Schlüsselverlust freuen. Wenn man den Schlüssel verliert, reguliert die Versicherung die Kosten für Schlossaustausch und neue Schlüssel.

Zuletzt ist es den meisten Versicherungen auch herzlich egal, wo in Deutschland man wohnt; die Familienversicherung schließt einen auch immer noch ein, wenn man nicht mehr zu Hause wohnt, sondern in ner WG in Hamburg wohnt oder sich ein 12 qm großes 1-Zimmer-Apartment in Düsseldorf leistet. Womit wir schon zu Punkt Zwei kommen
Single-Privathaftpflicht ab um die 50€ pro Jahr, zum Beispiel bei der Haftpflichtkasse Darmstadt

Hausratversicherung

Wenn man von seinem Haus das Dach abnehmen würde und es dann umdreht, dann ist alles was herausfällt der sogenannte Hausrat. So weit, so gut. Was heißt das für Studenten, die nicht mehr zu Hause wohnen? Wohnt man noch bei seinen Eltern, sind die eigenen Sachen natürlich über deren Hausratversicherung abgesichert.

Ansonsten gilt: Hat man vor auf Dauer auszuziehen, braucht man im Allgemeinen eine eigene Hausratversicherung. In seltenen Fällen kann man die Hausratversicherung der Eltern auch splitten, allerdings nur wenn man vorübergehend, z.B: im Wohnheim wohnt, und auch das ist nur die Ausnahme. Genauso wie die Haftpflichtversicherung ist auch die Hausratversicherung nicht verpflichtend abzuschließen. Es lohnt sich aber auf jeden Fall drüber nachzudenken.
Was ist wichtig bei einer Hausratversicherung? Gehen wir mal von dem Fall aus, dass ihr alleine wohnt (wie auch immer ihr euch das leisten könnt- ich bin neidisch!). In den meisten Basis-Versicherungen sind Feuer, Einbruchdiebstahl, und Sturmschäden abgedeckt. Wertsachen im Allgemeinen müssen nach der Höhe ihres Wertes angegeben werden und sind ebenfalls versichert.

Typisch und deshalb wichtig für Studenten ist, z.B. was passiert wenn man seinen Laptop im Auto oder in der Uni lässt und er geklaut wird. Dieser „ausgelagerte Hausrat“ muss meistens extra versichert werden. Auch „grobe Fahrlässigkeit“ findet sich nicht bei jeder Basis-Hausratversicherung. Um abgesichert zu sein, wenn man beispielsweise die Waschmaschine anmacht, weggeht und die Waschmaschine ausläuft, oder die Zigarette anlässt, einschläft und rumschmorrt, braucht man diesen Zusatz in seiner Versicherung.

Insbesondere Münsteraner, aber auch alle anderen radelnden Studenten sollten außerdem beachten, ob Fahrraddiebstahl in der HRV versichert. Meistens muss nämlich auch dieses Risiko extra versichert werden.

Wohnt man zur Miete besteht außerdem die Frage, ob Glasschäden abgedeckt sind. Eigentlich ist dieses Risiko über die Wohngebäudeversicherung des Vermieters abgedeckt, aber manche Vermieter wollen auch, dass man Glas selber absichert. Wenn man auf einem schicken Ceranfeld kocht oder Omas vererbten Glastisch in der WG stehen hat, sollte man da mal drüber nachdenken.

Für WGs im Besonderen ist noch mal wichtig: Wer schließt die Hausratversicherung ab? Einer für alle? Oder jeder für sich selbst? Das kommt auf euer Verhältnis zu euren Mitbewohnern an. Seid ihr befreundet und zahlt alles in eine Kasse ein, kann natürlich einer den Vertrag machen und alle anderen geben demjenigen ihren Teil vom Beitrag. Wenn dadurch allerdings häufig Schäden entstehen, weil es sich bei jedem einzelnen läppert und alles auf eine Versicherung läuft, kann die Versicherung wegen zu hoher Schadenquote kündigen. Und dann hat man auch richtig schlechte Karten eine neue zu finden… Zieht man als Untermieter bei wem anders ein, hat der Hauptmieter die Gemeinschaftsbereiche, also Küche und das Wohnzimmer zu versichern, und jeder sein eigenes Zimmer mit allen Wertsachen dazu.

Hausratversicherungen sind abhängig von den versicherten Risiken und natürlich der Größe der Wohnung unterschiedlich teuer. Eine pauschale Prämie gibt’s da nicht. Sorry.

Krankenversicherungen

Mal was anderes als vorher. Man ist gesetzlich dazu verpflichtet, eine Krankenversicherung abzuschließen. Deshalb muss man bei der Immatrikulation auch eine Bescheinigung über das Bestehen einer Krankenversicherung mitbringen. Wenn man gerade aus der Schule kommt, ist man eigentlich über die Familienkrankenversicherung abgedeckt. Solange man:

  • Unter 25 Jahre alt ist
  • Auf Minijob-Basis arbeitet à z.B. bis 450€ im Monat verdient

Danach gibt es spezielle Tarife für Studenten, solange man unter 30 bzw. noch nicht im 14. Fachsemester ist.

Studentische Krankenversicherungen gibt’s schon relativ günstig. An den meisten Unis gibt es dafür persönliche Beratungsstellen. Schneit da einfach mal rein und erkundigt euch.

Klingt schon wieder nach ner ganzen Menge und viel Geld. Bis auf die Krankenversicherung ist aber auch nichts verpflichtend, im Schadensfall sind die meisten dann aber doch froh, ihren Laptop über die Hausrat abgedeckt zu haben, wenn er geklaut wird.

Und wer dann bei den ganzen Versicherungen immer noch Geld übrig hat, der kann über eine Unfall-Versicherung nachdenken. Bei der Uelzener z.B. kostet die um die 8€ im Monat. Bei 24h Schutz erhält man da oder nur in der Freizeit erhält man da schon ab 1% Invalidität Unfallrente in Höhe des Prozentsatzes auf die Versicherungssumme oder aber eine Kapitalabfindung. Das ist natürlich schon etwas vorausschauend planend, aber man weiß ja nie.

Der ganze Beitrag besteht im Prinzip aus “Angaben ohne Gewähr”. Im Zweifelsfall und bei jeder Änderung immer bei der eigenen Versicherung anrufen. Oder bei uns, damit wir mal schauen können, was man da machen kann: http://www.tierversicherungen-schewe.de/nimm-kontakt-auf/

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