Die Vorteile der Persönlichen Beratung bei Tierversicherungen

Heute mal was aus meiner Praxis. Unsere Branche wird mehr und mehr digitalisiert. Das bringt nicht zuletzt das Internet und der Online-Abschluss. Vor allem bei den Schnäppchenjägern. Die Versicherungsbranche ist da keine Ausnahme, wir sind nur etwas später dran. Wenn dann die individuelle Beratung leidet, ist das nicht gut, vor allem nicht gut für die Kunden.

Worum geht`s? Eine Interessentin meldet sich in der Servicegruppe bei mir. Es ging um eine Tierlebensversicherung für eine Stute. Die junge Frau wirkte am Telefon direkt so, also wüsste Sie schon genau, worum es ging. Mein Angebot, Sie zu beraten, wurde kurz und knapp abgelehnt mit den Worten “ich weiß schon, worum es geht, ich habe mich über das Internet schon schlau gemacht”. Es ging um einen günstigen Preis, also wohl eine aufgeklärte, preissensible Kundin. Ich nannte ihr die Konditionen von drei Anbietern und bot nochmals die persönliche Beratung an. Angeboten habe ich unter anderem den Versicherungsschutz für Tod, Nottötung und die dauernde Unbrauchbarkeit. “Im Moment reicht mir das”, so die kurze wie knappe Antwort. Von der Interessentin hörte ich nichts mehr. Nach über einem Jahr erhielt ich von eben dieser Pferdefreundin überraschenderweise einen erneuten Anruf. Jetzt ging es aber tief ins Bedingungswerk. Freundlicher war sie übrigens auch.

Was war passiert? Sie hatte ihre Stute lebensversichert – bei einem anderen Anbieter. Günstig war es, der Tarif war an sich in Ordnung, aber eben nur Versicherungsschutz für Tod- und Nottötung. Die dauernde Unbrauchbarkeit war nicht mitversichert, weshalb alles auf den ersten Blick auch wesentlich billiger wirkte. Die Notwendigkeit des Einschlusses war wohl doch nicht ganz klar gewesen, vor allem nicht die Konsequenzen. Es kam wie es kommen musste: Die Stute hatte sich auf der Weide so stark verletzt, dass die nie mehr geritten werden konnte, Turniere mit ihr sind zukünftig ausgeschlossen.

Versicherungstechnisch hat das zur Folge, dass der Versicherungsfall nicht eingetreten ist, also gibt es auch keine Leistung von der Versicherung. Das Pferd ist zwar “dauernd unbrauchbar” (so der Begriff), kann also nur noch auf der Weide grasen und sein Gnadenbrot genießen, aber mangels Einschluss des Risikos in den Vertrag erfolgt halt keine Geldleistung. Und obendrauf ist dann das Pferd leider auch weniger wert. Die Versicherungssumme wurde deshalb von der Versicherung von 10.000,- € auf 1.000,- € herabgesetzt. Das ist den Bedingungen gemäß und auch nachvollziehbar. Für die Betroffene war aber auch das eine Überraschung. Ein klassischer Fall von “dumm gelaufen”.

Ich habe es der Kundin erklärt. Ich kann nun Kundin sagen, denn das weitere Pferd hat sie jetzt bei mir versichert. Nach eingängiger persönlicher Beratung durch mich und mit einem umfassenden Vertrag, den wir gemeinsam gefunden haben, der endlich auch die dauernde Unbrauchbarkeit einschließt. Aus der früheren Interessentin ist nun eine gute Kundin geworden mit einem passenden Vertrag zu passendem Beitrag. Es hat zwar etwas gedauert, aber es ist schön in der Praxis zu erfahren, dass sich gute Beratung am Schluss bewährt – insbesondere zum Vorteil der Kundin.

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