Chefsache – Die Förderung der jüngsten Reiterinnen und Reiter

Nun beginnt wieder die Saison der Reitturniere im Freien. Einige Vereine haben in den vergangenen Wochen noch Hallenturniere veranstaltet. So haben die Mitglieder und die Reiterinnen und Reiter eine gute Gelegenheit, sich aktiv auf die “grüne Saison” vorzubereiten und von den Richterinnen und Richtern noch ein aktuelles Feedback zu ihrem Leistungstand zu bekommen.

So war es auch vor kurzem beim Reitverein von Derfflinger Schwarzenmoor Falkendiek e.V. im Kreis Herford. Und da wir auch dort ganz in der Nähe, nämlich in Port Westfalica, ein Büro haben, ist unsere Mitarbeiterin Isabell Knake (sie hat auf den Bildern den weißen Mantel an) der Anfrage des Vereins durch Frau Baurichter gerne nachgekommen und hat den Verein bei den Prüfungen mit einem Sponsoring unterstützt.

Bei den Prüfungen liegt uns die Förderung der jungen Reiterinnen und Reitern am Herzen. Denn dort können wir junge “Reitkarrieren” positiv unterstützen, vor allem bei den Reiterwettbewerben und in der Führzügelklasse, in der die Jüngsten in Begleitung an den Start gehen und so erste Erfahrungen auf den Turnieren sammeln können.

Vor einiger Zeit entstand dazu bei uns ein spezielles Konzept. Bei der Frage “Wo wollen wir uns auf Jahre kontinuierlich engagieren?” kam uns die Führzügelklasse in den Sinn, bei der die jüngsten Reiterinnen und Reiter, geführt mit reiterlicher Begeleitung, oft an ihrer allerersten offiziellen Turnierprüfung teilnehmen. Das passiert in der Regel während des Turniers im eigenen Verein, wo die Kinder viele Freunde und Bekannte haben. Und nicht selten ist am Tag der Prüfung die ganze Familie anwesend und alle drücken die Daumen für ein gutes Gelingen: die eigenen Eltern, die Geschwister, sogar Oma und Opa, der Onkel und die Tante und wie gesagt die Freundinnen und Freunde und viele Begleiter aus dem Verein selbst. Die Konzentration und damit auch die Anspannung ist hoch – bei den Reiterinnen und Reitern mit deren Begleitungen und allen Zuschauern. Es ist schließlich eine offizielle Prüfung mit ordentlicher Turnier – Reitkleidung, hübsch geschmückten Pferden, mit engagierten Richtern, die profund über das Können zu befinden haben. Die Kinder sind hoch motiviert, sind vielleicht früh ausgestanden und sicherlich aufgeregt, sie haben ihr Pferd besonders schön herausgeputzt und sind nun Mittelpunkt der Turnierprüfung mit allem, was dazugehört. Es folgt über den Lautsprecher die Ansage ihres Namens und des Namens Ihres Pferdes und ihrer Begleitung, auch der Verein, für den sie starten, wird genannt.

Kurzum: Hochspannung. Ein “falsches Wort” (vor allem beim Richten) und die (anvisierte) Reitkarriere ist danach schlimmstenfalls abrupt beendet oder wird im Idealfall durch den passenden Motivationsschub auf Jahre nachhaltig beflügelt. Keine leichte Aufgabe also für die Richter und die Veranstalter, für die es das Feedback direkt nach der Prüfung im Kuchenzelt gibt, wenn die mitgereiste personalstarke Fangemeinde (siehe oben) in offener Kommunikation die gemeinsame Nachbetrachtung anstellt. An dieser Stelle sei deshalb ein Lob für die Richter und Turnierveranstalter angebracht. Mit großem Einfühlungsvermögen widmen sich die Richterinnen und Richter gerade bei diesen Prüfungen dem Reiternachwuchs und schaffen damit die Grundlage für die weitere positive Entwicklung des Reiternachwuchses. Und die Turnierveranstalter sorgen mit organisatorischem Geschick für einen passenden Termin innerhalb des oft engen Turnierplanes.

Und wie passt unser Konzept da hinein? Die Führzügelklasse und der Jugendreiterwettbewerb sind offizielle Prüfungen mit den entsprechenden notwendigen Platzierung und damit den farblichen Schleifen, also Prüfung mit allem drum und dran. Blöd nur, wenn du dich als junger Teilnehmer abgerackert hast und dann doch ganz hinten bei der Platzierung landest: du wirst als letzter genannt und bekommst farblich auch die “letzte Schleife”. Da wird die persönliche Motivation für die Teilnahme an weiteren Wettbewerben dieser Art nur aus dem schlichten Gedanken des “Dabei-sein-ist-alles” zukünftig schon recht schwer werden.

Und das ist der Ansatz für uns (bei allem Verständnis für den Ehrgeiz einzelner): Offizielle Schleife ist bei den Jüngsten eben nicht alles und selbst wenn man nur Achter ist, es soll auch dann toll sein! Es soll sich wenigstens für jeden toll anfühlen. Bei Prüfungen, die wir unterstützen, bekommt jeder Teilnehmer seine eigene Tüte. Die Tüten sind allesamt schön bunt, jede Tüte hat eine andere Farbe und die ist völlig unabhängig von der jeweiligen Platzierung – da kann schon mal der Drittplatzierte eine goldfarbene Tüte bekommen. Vor allem ist der Inhalt in der Tüte bei allen gleich: ein paar Süßigkeiten, Malkreide, ein Springseil, ein kleines Buch oder oder oder – aber eben immer gleich. Das merken die Kinder spätestens beim gegenseitigen Blick in die Tüte der anderen – “Hast Du auch ein Springseil?”. Und es gibt sogar noch eine für alle eine zweite Schleife, nämlich die für die Begeleitung bei der Führzügelklasse – und ja, diese Schleifen sind auch immer gleich, also ohne Abstufung nach der Platzierung. Und spätestens nach der Ehrenrunde und nach dem Ausreiten mit der Tüte in der Hand ist die Platzierung nur noch Zweitrangig – jedenfalls gefühlt..

Wichtig ist uns dabei auch, dass wir persönlich (als Sponsor!) anwesend sind und die Ehrungen auch persönlich vornehmen, verbunden mit einer kurzen persönlichen Ansprache bei den jungen Sportlerinnen und Sportlern. Isabell Knake hat in Herford beim Reitverein von Derfflinger Schwarzenmoor Falkendiek e.V. die Ehrung mit der Richterin und der Repräsentantin des Vereins vorgenommen. Das kam wie immer gut an. Die Kinder waren stolz und glücklich.

Und so hoffen wir, die gute Motivation der jungen Reiterinnen und der jungen Reiter weiter zu fördern. Seit einigen Jahren unterstützen wir so zahlreiche Vereine und freuen uns über die positiven Rückmeldungen. Natürlich freuen wir uns auch über eure Anregungen und Ideen, denn dann können wir das Konzept weiter verbessern – zur Unterstützung und Motivation der jungen Reiterinnen und Reiter und zur Unterstützung des gesamten Vereinslebens im Reitsport vor Ort.

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