Zum Tode von Klaus Balz. Ein persönlicher Nachruf von Lutz Schewe

In den vergangenen Tagen erreichte mich – wie viele andere auch – über Freunde die traurige Nachricht über den Tod von Klaus Balz. Sein Tod, der ihn am vergangenen Wochenende ereilte, macht mich traurig. In den Reiter- und Vereinskreisen war bekannt, dass Klaus Balz schwer erkrankt war. Und obwohl er sich in den vergangenen Monaten persönlich sehr zurückgezogen hatte, waren wir alle umso betroffener, als wir nun von seinem Tode erfuhren.

Klaus Balz lernte ich als Student kennen. In der Zeit der 1990ger Jahre ritt ich im Reiterverein Castrop Rauxel und war Mitglied des dortigen Vorstandes. Das ist mehr als 20 Jahre her. Bereits damals war er als Ansager auf den Reitturnieren tätig und unterstützte so die Vereine des Kreisreiterverbandes. Und bereits damals war er richtig gut. Seine markante Stimme hatte ein angenehmes Timbre und man hatte das Gefühl, wie bei einer qualitativ hochwertigen Live-Übertragung im Radio dabei zu sein. Seine Ansagen hatten durchaus die Qualität eines professionellen Moderators von einem großen Sendehaus wie dem WDR. Dazu kam, dass er die Reiterszene und das Vereinsleben im Kreisreiterverband wie kaum ein zweiter kannte. Seine Ansagen waren also immer gespickt mit aktuellen Hinweisen zu den vorgestellten Pferden und den Reiterinnen wie Reitern nebst Gefolgschaft sowie Informationen und kleinen Anekdoten, die er ebenso beiläufig wie charmant in die Moderation einfließen ließ. Nur Namen und Nummern vorzulesen war ihm zu wenig, sein Anspruch war wesentlich höher. Und auch die passende Musik, insbesondere bei den Siegerehrungen, war ihm wichtig. Kein Wunder also, dass er zum Turnier immer die passenden Tonträger selbst mitbrachte. Da überließ er nichts dem Zufall. Und so verlieh Klaus Balz vielen Turnieren speziellen (hörbaren) Glanz. Die Ansage, die Musik, alles war stets in sich stimmig.

Klaus Balz verkörperte in seiner ihm eigenen Art seine persönlichen Tugenden: Pünktlichkeit, Korrektheit, Verlässlichkeit und Anstand, um nur einige Aspekte hier zu nennen. Dabei wirkte all das nicht aufgesetzt oder gar hölzern, sondern seinem aufrichtigen Charakter entsprechend spiegelte all dies seine Persönlichkeit wieder: heiter, fröhlich, freundlich, charmant und dabei immer mit einer gewissen ungezwungenen Leichtigkeit, nicht zuletzt besonders stilvoll und mit Niveau.

Nach einem der besagten Turniere im Reiterverein Merklinde standen wir in der sonntäglichen Abendsonne beim gemeinsamen Bier zusammen und besprachen die vergangenen Tage, als er mir das “Du” anbot mit den Worten: “Ich denke mal, es ist an mir als dem Älteren, um Dir, lieber Lutz, das “Du” anzubieten”. Das hatte was, besonders mit dem für mich in dem Moment verbundenen Ausdruck von Kollegialität auf Augenhöhe in Reiterkreisen.

Im Laufe der Jahre haben Klaus und ich bei etlichen Aktionen zusammengewirkt: bei diversen Ehrungen im Kreisreiterverband oder bei den Reiterbällen, die wir mit den anderen zusammen organisiert haben. Die Zusammenarbeit mit ihm hat bei allem professionellen Anspruch (den Klaus immer hatte) jedes Mal großen Spaß gemacht. Bei so manchem Reitturnier in dieser Saison werde ich seine Stimme gedanklich im Ohr haben. Ich werde seine Stimme vermissen, vor allem aber werde ich, wie sicherlich wir alle, Klaus Balz als Menschen vermissen.

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