Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos …

Als ich gestern am frühen Abend aus dem Büro ging, schien noch die untergehende Sonne – wie schön. Ein älteres Ehepaar kam mir mit ihren beiden lebendigen Hunden entgegen, einer der Hunde schlich mir ums Bein. So kamen wir ins Gespräch, über das Wetter, die Baustelle (die gerade noch vor unserem Büro ist, weil die Straßenbahn gebaut wird). Und natürlich sprachen wir über die beiden Möpse, die die Eheleute ausführten.

Irgendwie habe ich mich mit der Hunderasse der Möpse nie tiefer befasst, das wurde mir in dem Moment bewusst. Die beiden älteren Hundeliebhaber, Frau wie Mann, in Kleidung und Erscheinung sehr exzentrisch anmutend, erfassten die Situation scharfsinnig. So bekam ich eine kurze Einweisung über Herkunft und Wesensart der Möpse, die mich in dem Moment, nun beide Tiere, so freundlich wie fidel umrundeten und beschnupperten.

Schon seit früher Zeit ist aus China bekannt, dass dort kleine Hunde mit großem Kopf und stumpfer, platter Nase gezüchtet wurden. Mit der geschäftlichen Ostindien-Kompanie der Niederlande fanden wohl die ersten Möpse den Weg um das Jahr 1500 nach Europa. Hier gefielen sie schon immer den Adligen (bis hin zu Königen) besonders gut. Heute ist diese Hunderasse in allen gesellschaftlichen Kreisen weit verbreitet. Der Mops gibt sich kompakt: gedrungener Körper (fast quadratisch), feste Muskulatur, markanter Kopf. Sein Fell ist glatt und weich, er präsentiert sich in unterschiedlichen Farben von Silber oder Apricot bis Schwarz.

Sein Wesen ist friedlich und der Mops an sich ist ein angenehmer Zeitgenosse, der stets mit zufriedener Art daherkommt. Vielleicht liegt das auch daran, dass es ein gewisser Menschenschlag ist, der ihn sich zu seinem Anhang wählt (Frage ist manchmal: wer hat da wen ausgesucht). Die bisweilen zur Exzentrik neigende Persönlichkeit von Herrchen und / oder Frauchen schadet ihm nicht, sie wird geduldet und sie unterstreicht somit nur seinen eigenen, sehr ausgeprägten Charakter. Er ist ein fröhlicher Hund mit störrischer Ausgeglichenheit, mithin ein idealer Familienhund. Stilvoller Auftritt und Genuss sind ihm ein Anliegen, weshalb er sich gerne auf der kuscheligen Couch präsentiert und bisweilen bei mangelnder Bewegung leicht zum Übergewicht neigt.

Nach dieser kurzen Einweisung verabschiedeten sich die älteren Eheleute mit ihren Hunden wieder von mir und wir wünschten in herzlicher Manier einander noch einen schönen Abend. Sie zogen ihres Weges und ließen in mir den von Loriot so prägnant formulierten Satz ins Gedächtnis kommen: “Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos …

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One thought on “Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos …

  1. Vielen Dank für den wieder mal gelungenen, gut recherchierten Artikel. Ob nun unbedingt ein Mops erstrebenswert ist, liegt sicher im Auge des Betrachters. Aber ich bin durchaus davon überzeugt, dass Hund und Herrchen (in den allermeisten Fällen) sowohl optisch als auch charaktermäßig zueinander passen. Und irgendwie hatte ich beim Lesen des Artikels ein Bild vor Augen.

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