Die hat doch ‘ne Macke?! – Über Hundeticks und -macken

Für die meisten hat gestern nach zwei Wochen Urlaub, zwei Wochen absolutem Nichtstun, zwei Wochen “Vergessen welcher Tag heute ist”, zwei Wochen in denen das neue Fitnesstracker-Armband pro Tag maximal 14 Schritte verzeichnet – vom Bett zur Couch und zurück – nach diesen zwei Wochen hat der Arbeitsalltag einen mit aller Brutalität über Bord geworfen. Ich habe in diesen zwei Wochen zwischen den Feiertagen extrem viel Zeit zu Hause verbracht (was soll man auch sonst tun) und hatte mal wirklich viel Zeit meinen Hund zu beobachten. Und dabei ist mir aufgefallen: mein Hund hat Ticks. Ne Menge Ticks sogar. Sie ist regelrecht verrückt.

Wenn Lou auf der Seite liegt und krault sie im Nacken, funktioniert das wie ein An-Knopf und sie dreht sich fast automatisch auf den Rücken. Alle viere von sich gestreckt wie ein Käfer.

IMG-20150919-WA0006-compressorWenn man sie dann an einem ihrer Pfoten “kitzelt”, tritt sie ein bisschen. Wenn man das noch ein paar Mal mehr macht, strampelt sie, käfermäßig auf dem Rücken liegend, wie wild. Irgendwann niest sie, springt auf und geht, wie ein bockiges Kind in ihren Korb.

Wenn sie im Korb liegt und döst, ist es eigentlich ziemlich ruhig. Umso überraschender, wenn man abends auf der Couch sitzt, einen Film guckt, der Hund döst in der Ecke und plötzlich springt sie auf, sprintet zu ihrem Spielzeug-Korb und holt … irgendwas heraus und legt es neben mich auf die Couch. In solchen Momenten frag ich mich, was im Kopf dieses Hundes vorgeht. Wenn sie in den 16 Stunden, die sie ohnehin am Tag schläft, im Korb liegt, kurz vorm Eindösen … und dann denkt: “Oh! Ich muss ja noch das … aus einzelnen Socken zusammengesteckte Kuscheltier-Ding holen und unbedingt auf die Couch legen!”

Wenn man eine Katze hat, kennt man bestimmt diese fünf Minuten. Bis dato dachte ich, dass die auch wirklich nur Katzen haben. Aber nein, auch 50 Kilo schwere Fellknäuel (50 Kilo seit ihrem weihnachtlichen Fresskoma) können von einer Sekunde auf die andere komplett, und ich meine wirklich komplett ausrasten. Vornehmlich draußen. Und ohne ersichtlichen Grund. Sie wetzt dann einfach los, querfeldein, durch den Fluss, durch die Pfütze, durch den Zaun, durch die Wand! Je mehr man versucht, es zu untersagen, desto schlimmer wird es. Und dann … ist der Spuk nach 5 Minuten vorbei und das 50 Kilo schwere Lamm trottet wieder neben einem her als wäre nichts gewesen. Verrückt. (Mittlerweile weiß ich, dass das unter Howavarten ein weit verbreitetes Phänomen ist, wie sieht das denn bei anderen Hunderassen aus?)

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Wenn man in der Schule Pädagogik hatte, kennt man unter Garantie den Pawlow‘schen Hund, der zu sabbern anfängt, wenn ein Glöckchen klingt, weil er gelernt hat, dass es dann Fressen gibt. Das Ganze nennt sich im Fachjargon „klassische Konditionierung“.
Lou ist die Reinkarnation des Pawlow’schen Hunds! Sie ist quasi eine moderne Form des Pawlow’schen Hundes. Denn: wenn es morgens zum Frühstück Quark gibt, wird der Thermomix angemacht, Quark rein, noch mehr Zutaten rein, mixen, fertig. Der Hund bekommt dann einen Löffel von dem ungemixten Quark. Mittlerweile ist es so, dass Lou, sobald man nur auf den Knopf des Thermomix drückt, Sturzbäche sabbert und davon selbst fast weggeschwemmt wird. Aber nur fast.
Hunde, die auf Küchenmaschinen konditioniert sind. Ich glaube, dass ist diese sogenannte Zukunft, von der immer alle reden.

Wenn es eine Ecke gibt, sitzt Lou in dieser Ecke. Garantiert.

Und zuletzt: wenn man Hunde anpustet, mögen sie das nicht. Wenn man Lou anpustet, „küsst“ sie zurück. Oder schleckt, je nachdem wie man es nennen will. Je mehr man pustet, desto mehr küsst Lou. Wenn das auch bei Menschen so wäre, könnte die Welt ein viel romantischerer Ort sein. Wobei … besser nicht!

So viel zu Lou. Was haben eure Hunde für Ticks und Macken? Und gibt es noch andere “rassettypische” Verrücktheiten, die ihr kennt?

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