Interview "Tierversicherungen"

Tierarztbesuche und Therapien sind teuer- Interview mit Lutz Schewe
Von Klaus Deuse

 

Tierarztbesuche und Therapien sind teuer- Interview mit Lutz ScheweIst das Tier gesund, freut sich der Mensch. Erkrankt aber der treue Lebensbegleiter, dann kann es traurig werden für den Besitzer - auch aus finanzieller Sicht. Denn Arztbesuche und Therapien sind teuer. Deshalb bieten Versicherungsgesellschaften Krankenversicherungen an, die sich nicht nur auf Unfallverletzungen erstrecken. Schließlich erkranken auch Hunde, Katzen und Pferde an Tumoren, plagen sich mit Bandscheibenvorfällen herum oder leiden an einer Niereninsuffizienz. Für solche Fälle offerieren diverse Gesellschaften spezielle OP-Krankenversicherungen, die allerdings nur in Anspruch genommen werden können, wenn der Eingriff am Tier unter Vollnarkose stattfindet. Behandelt werden fast alle Erkrankungen, die auch am Menschen kuriert werden, sagt Versicherungsfachmann Lutz Schewe:"Wir haben genauso gut Wurzelbehandlungen, Zahnextraktionen, Füllungen oder halt auch eben die klassischen Tumoroperationen und Gallenblasenoperationen."

 

Eine solche Katzen OP-Krankenversicherung schlägt monatlich mit rund fünf Euro zu Buche, die für einen Hund kostet im Schnitt um die neun Euro. Eine Risikovorsorge, die sich durchaus rentieren kann, wie Lutz Schewe an einem Beispiel vorrechnet.

"Ich sag Ihnen mal ein typisches Beispiel. Beim Toben auf der Wiese tritt Ihr Hund in einen Kaninchenbau, humpelnd kommt er zurück und beim Tierarzt wird ein Kreuzbandriss festgestellt. Er muss natürlich operiert werden. Dann betragen die Operationskosten, einschließlich Vor- und Nachversorgung, bis zu 1.100 Euro."

Aber nicht in jedem Fall kann der Tierarzt alle Wunden heilen. Und darum haben einige Assekuranzen sogar Lebensversicherungen in ihr Programm aufgenommen. Schließlich kann einem Pferd, das schon bei der Anschaffung einen beträchtlichen Wert besitzt, einiges zustoßen. Lutz Schewe:

"So ein Pferd kostet ja schnell ein paar tausend Euro. Das ist versichert gegen Tod und Nottötung und auch die dauernde Unbrauchbarkeit.

Also, wenn das Tier auf die Straße gelaufen ist und es zu einem Unfall gekommen ist, dass das Tier verstorben ist, das wird ersetzt. Genauso wird ersetzt, wenn das Tier aufgrund von Krankheit notgetötet werden muss, auch aus Tierschutzgedanken. Und genauso ist es versichert gegen dauernde Unbrauchbarkeit, wenn das Pferd mal später nicht geritten werden kann, Sie es aber nicht töten lassen wollen, sondern als Gnadenbrotpferd noch auf die Weide stellen wollen."

Bei einer Versicherungssumme von beispielsweise 10.000 Euro für den treuen Vierbeiner wird ein Monatsbeitrag von 65 Euro fällig.
Neben der Krankenpolice kann eine Haftpflichtversicherung für das Tier sinnvoll sein. Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch nämlich haftet der Halter für jeden angerichteten Schaden in unbegrenzter Höhe. Wenn etwa ein Pferd von der Koppel ausbricht, auf die Straße trabt und eine Karambolage verursacht, dann kommen schnell einige Hunderttausend Euro zusammen. Und auch Hunde stellen ein beträchtliches Risiko auf vier Pfoten dar.

 

"Also wenn der Hund den Nachbarn, und sei es nur aus lauter Freude, einmal quietschfidel in die Wade beißt und er geht zum Arzt, dann fallen bei Ihnen Arztkosten an, Behandlungskosten an, Arzneimittelkosten oder vielleicht die kaputte Hose. Wobei die wahrscheinlich noch den geringsten Betrag ausmacht."

Solche Haftpflichtversicherungen kosten - je nach Anbieter - zwischen 60 und 130 Euro pro Jahr - und sind für einen Hund so empfehlenswert wie eine gute Erziehung. Für Katzen muss man keine eigene Versicherung abschließen, da die Stubentiger bereits in der Privathaftpflicht mit versichert sind.

Deutschlandfunk

 

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